mollat.de/security
_home_ _news_ _produkte_ _preise_ _projekte_ _texte_ _links_ _privat_ _impressum_



mollat.de/security - open source


Vorderansicht BMWi-Broschüre In Kürze: Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile von Open-Source gegenüber kommerzieller Software kurz aufgeführt.

Das "Open-Source"-System wird in den letzten Jahren heiß diskutiert. Grund dafür ist sicherlich der "Hype", der um das Betriebsystem Linux veranstaltet wird. Dabei gibt es Open-Source-Software schon ebenso lange, wie es Computer gibt - sie wird nur nicht so genannt.

Das Prinzip: Ein Programmierer hätte gerne eine Software, die es (auf seinem Betriebssystem) noch nicht gibt. Kurzerhand setzt er sich ein, zwei Abende hin und schreibt sie einfach selber, sie stillt seinen Bedarf.

Nun stellt er fest, daß auch andere Leute sein Programm gebrauchen können, aber da die Software bei weitem keine Marktreife hat - und er selber auch keine Zeit es weiter zu verfolgen, schickt er die Quellen an interessierte Leute, meistens eine "Mailing-Liste" im Internet. So wird das Programm von etlichen Benutzern weiterentwickelt, jeder fügt Funktionen hinzu, die er speziell braucht, es wird öffentlich bekannt gemacht - und steht nun jedem kostenlos zur Verfügung.

Bei größeren Projekten, wie z.B. Betriebssystemen, sind schnell einige Tausend Entwickler dabei das System zu erweitern, zu prüfen und zu sichern. Es bilden sich Gruppen, die bestimmte Bereiche weltweit bearbeiten, das Gesamtprojekt wird von zentralen Gremien koordiniert. So entstehen Softwarepakete, die sowohl im Leistungumfang als auch in der Stabilität kommerzielle Produkte schlagen können.

Vorteil Anpassungsmöglichkeit: "Geht nicht - gibt's nicht." Ein Techniker mit Programmierkenntnissen kann eine Open-Source-Software an praktisch jede spezielle Anforderung des Benutzers anpassen. Auch Anbindungen von Drittsoftware sind leicht zu realisieren.

Vorteil Stabilität: Bei Open-Source-Software ist ein sehr viel größerer Personenkreis mit dem Quelltext vertraut. So werden Fehler schneller gefunden, auch schon vor der Auslieferung einer neuen Version.

Bei sehr auf Stabilität bedachten Projekten, wie z.B. dem Betriebssystem FreeBSD unterscheidet man zwischen "Current"- und "Stable"-Versionen. In den Current-Versionen werden alle neuen Funktionen mitgeliefert - an den Stable-Versionen werden nur Fehler ausgebessert. Wer eine "Stable"-Version verwendet, kann sich sicher sein, daß er nicht durch ein "Update" die Gesamtstabilität gefährdet, wie es leider bei kommerzieller Software häufig auftritt. Gerade auch die Unterscheidung von Current- und Stable-Versionen ist im kommerziellen Umfeld undenkbar - mögliche Fehler werden dort lieber für nicht-existent erklärt.

Vorteil Sicherheit: Gerade in sicherheitskritischen Umgebungen ist Open-Source ein absolutes "Muß". Nur duch konsequente Betrachtung des Quelltextes durch viele (und interessierte) Augen kann sichergestellt werden, daß keine Einbruchsmöglichkeiten (oder gar "Hintertüren") vorhanden sind. Ferner kann man mit öffentlicher Diskussion auch alle Aspekte einer grundlegenden Projektplanung in Bezug auf Sicherheit zusammentragen.

Zum Beispiel das Betriebssystem OpenBSD, als einziges im Bereich Open-Source seit Beginn seiner Entwicklung konsequent auf Sicherheit ausgerichtet, hat inzwischen vier Jahre ohne öffentliche Sicherheitslücke überstanden. Bei herkömmlichen Betriebssystemen oder auch Linux werden dagegen (in der Summe) täglich Sicherheitslücken veröffentlicht.

Vorteil Preis: Open-Source-Software ist kostenlos. Das heißt, sie kann von jedem, auf beliebiger Hardware, mit einer beliebigen Anwenderzahl verwendet werden. Durch die Verwendung von Open-Source-Software sparte z.B. allein die mexikanische Regierung 124 Mio. US-Dollar an Lizenzkosten.

Nachteile: Die Nachteile, die Open-Source-Software immer wieder unterstellt werden, kann man in einen prinzipbedingten und einen temporären unterteilen. Der unveränderliche Nachteil ist, daß man keinen Vertrag in welcher Form auch immer zum Hersteller hat. Dies wird sich auch nie ändern.

Wer sich allerdings die Geschäftsbedingungen der Software-Industrie ansieht, möchte zu dem Schluß kommen, daß man ohnehin keine Leistung einfordern kann. Abhilfe schaffen hier die hunderten von Dienstleistungsunternehmen, die Open-Source-Software installieren und warten. Diese können durchaus den Ansprechpartner und die Hotline ersetzen, sowie dem Kunden einen Leistungsumfang zusichern.

Der weitere Nachteil liegt darin, daß Open-Source-Software noch nicht den gesamten Markt an Funktionsumfang abdeckt. Nach einer Finanzbuchhaltung oder einer Hausverwaltungs-Software sucht man hier (heute noch) vergebens. Man kann allerdings sagen, daß im Bereich Server-Betriebssysteme und Server-Programme, gerade auch im Internet, die Open-Source-Gemeinde deutlich vorne liegt.

Breite Anwenderbasis: Aus den genannten Gründen wird Open-Source-Software inzwischen auch zunehmendst bei großen Firmen wie z.B. Daimler Chrysler, IKEA, Sixt, NASA, SONY und Boeing eingesetzt. Selbst der Deutsche Bundestag (Presseerklärung) hat am 28. Februar 2002 die komplette Umstellung seiner 150 Server auf Open-Source-Software beschlossen. (Heise Newsticker)

Für den weiter interessierten Leser empfehle ich die Broschüre des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, die noch detaillierter auf das Thema eingeht. Diese kann durch einen "klick" auf das oben sichtbare Bild im PDF-Format heruntergeladen werden.

Andreas Mollat, Hannover

This website is hosted on OpenBSD,
the secure operating system.
Last change: 16.12.2002
(C)2002 Mollat EDV
This website is outdated. Please visit www.aseko.de